Ein digitaler Zähler allein ist noch kein Smart Meter, hierzu bedarf es noch eines Kommunikationsmoduls
10.09.2018

Smart Meter und digitale Stromzähler sind gesetzlich vorgeschrieben: Auch Solaranlagenbetreiber*innen betroffen

Für Besitzer*innen von PV-Anlagen mit mehr als 7 kW Leistung sowie für Haushalte mit einem Strombedarf von > 10.000 kWh/Jahr und ab 2020 auch für Haushalte mit einem Jahresverbrauch von mehr als 6.000 kWh besteht ein Zwang, sog. intelligente Messsysteme – auch Smart Meter genannt – einzubauen.
  

Dieses System besteht aus zwei Komponenten, nämlich einem digitalen Stromzähler und einem Kommunikationsmodul (=Smart-Meter-Gateway). Erst durch die Kopplung des Zählers mit dieser Kommunikationseinheit können Daten gesendet und auch empfangen werden. Diesen Zähleraustausch inkl. der Vernetzung schreibt der Gesetzgeber vor, umgesetzt wird dies von den Messstellenbetreibern. Im Bremer Raum ist das in der Regel wesernetz Bremen GmbH. Da es derzeit noch keine ausreichende Zertifizierung für die Datensicherheit gibt, verzögert sich der ab 2017 vorgesehene Einbau bis jetzt. Wenn die Freigabe vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik erfolgt ist, dann muss drei Monate bevor der Einbau geschehen soll, zunächst darüber informiert werden. Zwar gibt es keine Widerspruchsmöglichkeit, es kann jedoch zu einem anderen Messstellenbetreiber gewechselt werden, der u.U. günstiger ist. Für die jährlichen Kosten sind Preisobergrenzen festgelegt worden. Bei Solaranlagen, die zwischen 7 kW und 15 kW Leistung haben, dürfen max. 100 Euro brutto für ein intelligentes Messsystem verlangt werden. Aber auch bei neuen Solaranlagen mit einer Leistung zwischen 1 kW und 7 kW darf der Messstellenbetreiber seit diesem Jahr den Einbau eines Smart Meters fordern, ohne dass sich die Betreiber*innen der PV-Anlage hiergegen wehren können. Hierfür kann der Messstellenbetreiber jährlich max. 60 Euro brutto in Rechnung stellen. Wichtig zu wissen, dass sowohl für den Einbau eines digitalen Zählers als auch für ein intelligentes Messsystem unter Umständen kostenpflichtige Umbauten am Zählerschrank notwendig werden. Bis 2032 sollen generell alle analogen Stromzähler durch digitale Zähler, sog. moderne Messeinrichtungen, ersetzt worden sein. Gibt es nur einen digitalen Zähler (Haushalte < 10.000 kWh/a bzw. ab 2020 Haushalte < 6.000 kWh), so darf dieser max. 20 Euro pro Jahr kosten. Weitere Informationen finden Sie hier.