Solar in Bremen
23.06.2020

Solarpflicht für Neubauten kommt

© BUND Bremen

Nach Hamburg und Baden-Württemberg ist Bremen nun das dritte Bundesland, in dem eine Pflicht zur Installation von Photovoltaikanlagen eingeführt wird. Die Norddeutschen Länder gehen dabei noch einen Schritt weiter: Wo die baden-württembergische Regelung nur Nicht-Wohngebäude betrifft, erstreckt sich die Solarpflicht in Hamburg und Bremen auf alle Neubauten sowie auf Bestandsgebäude, die eine umfassende Dachsanierung vornehmen. Ausnahmen sollen allein Fälle bilden, in denen die Wirtschaftlichkeit einer PV-Anlage – beispielsweise durch Verschattung eines Großteils der Dachfläche – nicht gegeben ist. Wie genau in diesen Fällen entschieden wird und wann die Verordnung in Kraft tritt, ist derzeit noch unklar.

Der Beschluss wurde am 10. Juni mit einem Dringlichkeitsantrag auf Initiative der Grünen, der Linken und der SPD in der Bremer Bürgerschaft verabschiedet. Neben der Solarpflicht enthält der Antrag zum Landesprogramm Solar Cities noch den Ausbau von Solarenergie auf öffentlichen Gebäuden, Vereinfachung der bestehenden Regelungen für Reihenhäuser und Stecker-PV-Anlagen, Prüfung von Fördermöglichkeiten und Erweiterung des Beratungsangebotes.

Als Netzwerk „Solar in Bremen & Bremerhaven“ haben sich die Partner energiekonsens, BUND Bremen und Verbraucherzentrale Bremen bereits vor über einem Jahr zusammengeschlossen, um die Beratungsangebote im Bereich Solarenergie im Land Bremen zu bündeln. Nun freuen wir uns, dass neuer Schwung in die Thematik kommt und stehen mit unseren Beratungsangeboten in den Startlöchern, um Interessenten individuell und unabhängig zur Seite zu stehen.

Was bringt eine Solarpflicht?

Für das Erreichen der Klimaschutzziele müssen wir unseren Energiebedarf erstens senken und zweitens mit erneuerbaren Energien decken. Im urbanen Raum bietet sich hierzu die Solarenergie an. Bei einem aktuellen Wert von ca. 518 g CO2/kWh Strom trägt eine 4 kWp (Kilowatt Peak = maximale Leistung der Solaranlage) Photovoltaik-Anlage bei 850 kWh/kWp Ertrag pro Jahr zu einer CO2-Minderung von 1.760 Kg bei.

Nicht nur aus Klimaschutz-Gründen lohnt sich der Kauf einer PV-Anlage, sondern oftmals auch finanziell. Das trifft besonders auf Neubauten zu, in denen PV mit anderen nachhaltigen Technologien kombiniert werden kann (bspw. mit einer elektrischen Wärmepumpe), aber auch auf viele Bestandsgebäude. Mehr zu dem Thema finden Sie im aktuellen Artikel der Reihe „Klimaschutz rund ums Haus“ auf der Webseite des Beratungsnetzwerkes Bremer Modernisieren und in unseren FAQ.

Solar-Potenzial prüfen lassen

Ein Neubau-Einfamilienhaus kann seinen Strombedarf durch eine Photovoltaik-Anlage mit Speicher übers Jahr gerechnet zu circa 70 bis 80 Prozent decken, im Bestandsbau etwas weniger – immer abhängig von der Größe der Anlage und dem individuellen Verbrauch. Daher empfehlen wir unbedingt eine unabhängige Solarberatung zu nutzen. Für Privathaus-Besitzer*innen bietet die Verbraucherzentrale solch eine Beratung an; auch bei der swb kann man sich beraten lassen. Unternehmen können hingegen die kostenlose energievisite:solar über die Klimaschutzagentur energiekonsens buchen, während der BUND Bremen (im Auftrag der Senatorin für Klimaschutz, Umwelt, Mobilität, Stadtentwicklung und Wohnungsbau) Vor-Ort-Beratungen bei Institutionen anbietet.