Speicher für Solarstrom
Wer einen geeigneten Speicher sucht, kann hier eine Orientierungshilfe finden: Stromspeicher-Inspektion der HTW Berlin
Was bringt ein Speicher?
Die PV-Anlage produziert immer nur dann Strom, wenn auch die Sonne scheint. Strombedarf gibt es dagegen aber auch zu anderen Zeiten, zum Beispiel spät Abends. Wer seinen eigenen Solarstrom vom Dach gerne auch dann nutzen möchte, wenn die Sonne gerade nicht scheint, für den kommt die Einbindung eines Speichers in Frage. Durch den Speicher kann somit der Eigenverbrauchsanteil am Solarstrom erhöht werden, sodass weniger Strom in das öffentliche Netz eingespeist wird. Das bedeutet noch mehr Unabhängigkeit vom Energieversorger und dessen Strompreisen.
Wie sind Kosten und Wirtschaftlichkeit einzuschätzen?
Die Kosten eines Speichers richten sich nach der Kapazität (in kWh), also nach der Größe des Speichers. Die Kosten werden hier in €/kWh angegeben und auch hier gilt: Je größer der Gesamtspeicher desto günstiger ist die Kilowattstunde Speicherkapazität. Als Richtwert können bei einem Speicher mit einer Kapazität von 6 kWh ca. 1.000 €/kWh angenommen werden (6.000 € gesamt) und bei einer Kapazität von 8 kWh ca. 800 €/kWh (6.400 € gesamt). Für den Speicher gilt eine Umsatzsteuer von 0%, egal ob er mit verbaut oder nachgerüstet wird.
Aufgrund der derzeit noch hohen Kosten für Speicher ist in vielen Fällen eine PV-Anlage ohne Speicher finanziell attraktiver als eine mit Speicher. Dennoch wird mittlerweile ca. jede zweite PV-Anlage mit einem Speicher installiert. Gründe, die dafür sprechen, sind unter anderem die Steigerung des Eigenverbrauchs sowie eine höhere Unabhängigkeit vom Energieversorger.
Welche Speicherarten sind geeignet?
In Frage kommen für den Einsatz an der Photovoltaik-Anlage vor allem Lithium-Ionen-Akkus oder Blei-Säure-Akkus mit einem Batteriemanagementsystem und integriertem Wechselrichter. Da ein deutlicher Preisrutsch stattgefunden hat, werden fast ausschließlich Lithium-Ionen-Akkus verkauft. Diese sind leichter, kleiner und haben eine höhere Ladezyklusanzahl – das heißt, sie können öfter be- und entladen werden. So kann unter optimalen Bedingungen für den 20-jährigen Betrieb einer PV-Anlage eine Batterie reichen. Bei Blei-Akkus muss mit zwei bis drei Batterien gerechnet werden. Daher ist der Preis pro gespeicherte Kilowattstunde bei beiden Systemen – trotz des höheren Anschaffungspreises für Lithium-Ionen-Akkus – ähnlich. Problematisch ist bei Lithium-Ionen-Akkus, dass es hier im Gegensatz zu Blei-Säure-Akkus noch kein ausgereiftes Recyclingsystem gibt. Wer also auch hier auf der ökologischeren Seite stehen möchte, greift vorerst zu den Blei-Säure-Akkus.
Wie viel Speicherkapazität brauche ich?
Wie groß die Kapazität des Speichers ausgelegt werden sollte, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Zu diesen Faktoren gehören unter anderem der tägliche Stromverbrauch, das Verbrauchsverhalten und die Größe der Solaranlage. Ein Richtwert zur Orientierung kann folgende Faustformel geben: Etwa 0,5 bis 1 Kilowattstunde Speicherkapazität pro Kilowatt Peak installierter PV-Leistung. Das heißt bei einer Anlage mit 8 kWp installierter Leistung lassen sich 4-8 kWh Speicherkapazität kalkulieren.
In der Praxis werden Speicher häufig so dimensioniert, dass man mit seinem persönlichen Strombedarf "über die Nacht" kommt und das auch nur eingeschränkt in den Wintermonaten. Sollen der Eigenverbrauchsanteil und der Autarkiegrad darüber hinaus deutlich erhöht werden, muss der Speicher bei deutlichen Mehrkosten größer dimensioniert werden. Sollte der Solarstrom, beispielsweise über eine Wallbox, in ein E-Auto fließen, kann das Auto auch als Speicher dienen und der Batteriespeicher kleiner ausfallen.