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Wartung und Haltbarkeit

Was passiert nach der Inbetriebnahme?

Gut geplante und installierte Anlagen sind in der Regel wartungsarm. Nach einem Jahr sollte aber eine erste Betriebskontrolle durch den Fachbetrieb erfolgen. Diese umfasst eine Kontrolle der Schutzeinrichtungen und sämtlicher Anlagenteile, die durch Witterungseinflüsse oder Tiere beschädigt werden können. Dachdurchdringungen, Abdichtungen und das Montagesystem sind ebenfalls zu kontrollieren. Weitere Wartungsintervalle sollten je nach örtlichen Gegebenheiten und Anlagengröße mit dem Fachbetrieb festgelegt werden. Keine Solaranlage ist vor Betriebsausfällen gefeit. Schatten, Schmutz oder Montagefehler können zur Ertragsminderung führen. Wenn trotz Sonnenschein zu wenig oder kein Strom erzeugt und eingespeist wird, ist das ein erster Hinweis dafür, dass mit der Anlage etwas nicht stimmt. Einfachste und wichtigste Kontrollmöglichkeit ist daher das monatliche Ablesen des Einspeisezählers und der Vergleich des abgelesenen Werts mit der Prognose aus den Planungsunterlagen. Die meisten modernen Anlagen können bereits tagesaktuell online oder über eine App überwacht werden.
Die allermeisten Anlagen in Deutschland reinigt der nächste Regen wieder, so dass Schmutz praktisch keine Ertragseinbußen bewirkt. Module mit flachem Aufstellwinkel oder nahen Verschmutzungsquellen (z.B. Laub oder Staub) müssen bei Bedarf gereinigt werden. Beachten Sie bei der Reinigung auf jeden Fall die Arbeitssicherheitsvorschriften oder beauftragen Sie einen speziellen Reinigungsdienst.

Welche laufenden Kosten gibt es?

Da eine PV-Anlage eine langfristige Investition ist und eine Lebensdauer von 20-30 Jahren hat, fallen auch laufend Kosten für den Betrieb an. Als Richtwert für die laufenden Kosten können 1,5 % der Investitionskosten pro Jahr kalkuliert werden. Dazu gehören die regelmäßigen Wartungen und ggf. anfallende Reparaturen. Hierbei kann es sinnvoll sein, einen Wartungsvertrag mit einem Solarhandwerksbetrieb abzuschließen. Grundsätzlich sind PV-Anlagen aber eher wartungsarm. Der Wechselrichter hat als elektronisches Bauteil voraussichtlich eine geringere Lebensdauer als die Anlage und wird möglicherweise während der Betriebsdauer ausgetauscht werden müssen. Hier empfiehlt es sich, jährlich bereits einen Betrag zurückzulegen. Ob ein Vollwartungsvertrag von Vorteil ist, kommt auf den Einzelfall an.

Die Anlage muss nach der Installation bei der Gebäudeversicherung angegeben werden. Diese entscheidet dann, ob sie die Versicherungsprämie entsprechend erhöht. Bei den meisten Wohngebäuden ist das nicht der Fall.

Reinigungskosten sind nur geringfügig zu erwarten. Anlagen mit einem üblichen Aufstellwinkel von 30-45 Grad haben in Deutschland eine sehr hohe Selbstreinigungswirkung. Sollten die Module sehr flach liegen und die Umgebung schmutzintensiv sein (z.B. Landwirtschaft), empfiehlt sich eine Reinigung alle paar Jahre.

Was passiert mit meiner Anlage wenn sie über 20 Jahre alt ist (Ü20-Anlagen)?

Zuerst einmal: Gar nichts. Auch eine "alte" Anlage kann zunächst problemlos weiterbetrieben werden. Die Mehrzahl der alten Anlagen ist technisch noch in so guter Verfassung, dass das noch jahrelang möglich ist. Aber sie fallen nach 20 Jahren aus der Vergütungszeit nach EEG heraus und man bekommt demnach keine Einspeisevergütung mehr ausgezahlt.
Für den Weiterbetrieb bieten sich derzeit im wesentlichen zwei Optionen:

  • Lassen Sie die Anlage einfach weiterlaufen und voll ins öffentliche Stromnetz einspeisen. Durch die gesetzliche Vergütung der Solarstromeinspeisung nach Förderende ist der Weiterbetrieb in den meisten Fällen wirtschaftlich.
  • Stellen Sie auf Eigenversorgung um. Der Anteil der Eigenversorgung kann durch die zusätzliche Anschaffung eines Batteriespeichers noch erhöht werden. Die Wirtschaftlichkeit dieser Variante ist pauschal schwer abschätzbar, denn die Bandbreite der anfallenden Kosten für die Umbauarbeiten der PV-Anlage und für die Anschaffung eines Batteriespeicher ist hoch.

Im Einzelfall können weitere Möglichkeiten sinnvoll sein, mehr Infos dazu und allgemein zu älteren Anlagen finden Sie bei der DGS: FAQ Ü20-Anlagen